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Aktuelles

Vom Wahnsinn eines Tierheimalltags oder „Auch das noch“…

19.11.2020

„Auch das noch“ klingt irgendwie genervt. Als ob man keine Lust zu etwas hätte und lieber etwas anderes machen würde. 

Als wir Montag einen Anruf vom Veterinäramt bekamen, war „auch das noch“ das Erste, was wir dachten - aber in einem ganz anderen Kontext.

An diesem Montag stand das Tierheim sowieso schon Kopf. Letze Woche hatten wir einen Onlineshop eingerichtet. Wegen Corona. Damit wir die Kontaktbeschränkungen so gut es geht einhalten können, aber um trotzdem Geld für unsere Tierheimbewohner zu generieren. Keine Messe, kein Sommerfest und kein Lichterfest. Irgendwo muss das Geld ja herkommen. So packte das gesamte Tierheimteam Pakete und freute sich über den Zuspruch über den neuen Onlineshop, als der besagte Anruf kam.

90 Katzen sollen in katastrophalen Umständen leben und müssen dringend untergebracht werden. Die Fortnahme sei für den darauffolgenden Tag geplant.

In solch einem Moment lässt man Pakete einfach Pakete sein und schmiedet einen Plan. Wo sollen wir mindestens 50 der 90 Tiere unterbringen? Ein Tierheimteam um den Küchentisch spielt, wie wir es liebevoll nennen, Katzentetris. Wie bekommen wir so viele Gruppen frei, wen setzen wir von hier nach da, was für Kapazitäten geben die Krankenstationen her und was tun wir, wenn alle Katzen krank sind? Um ein paar Sorgenfalten reicher steht der Plan. Ehrenamtliche Fahrer werden organisiert, mit dem Tierarzt ein Konzept ausgedacht, das hoffentlich aufgeht und los geht das Katzenumsiedeln. Alle packen mit an. Das Tierheim wird auf Links gedreht, den neuen Gästen soll es an nichts fehlen. 

Das Ausmaß der Beschlagnahmung verschlug uns am Dienstag die Sprache. So viele Katzen. So viele ängstliche Gesichter. So furchtbar dünne kleine Wesen, die sich auf ihr Futter stürzten. 

Was sind da schon Pakete? Trotzdem müssen wir „auch das noch“ regeln. Alle Katzen müssen versorgt, im PC eingetragen und natürlich untersucht werden. Trotzdem sollen die Päckchen pünktlich bei den wartenden Tierheimfreunden ankommen und der alte Fundhund, der seinen Kopf vor Schwäche kaum noch heben kann, der just vom Tierarzt abgeholt wurde, muss doch einen Besitzer haben! 

Manchmal denken wir Tierpfleger dann in solch einem Moment alle das Gleiche: „Auch das noch!“ Aber im selben Moment stehen alle in den Startlöchern: Vom Tierheim-Urgestein über unsere ehrenamtlichen Helfer bis hin zum Azubi - jeder hat seinen Platz und weiß genau, was er zu tun hat. Das ist das Schöne an einem Team, das ist das Schöne am Helfen. 

Unsere neuen Tierheimbewohner sind nicht zur Vermittlung freigegeben und wir können derzeit auch noch überhaupt keine Vermittlungsanfragen entgegennehmen. Sollte sich an diesem Umstand etwas ändern, werden wir es euch natürlich wissen lassen. Nun heißt es für uns erstmal päppeln und versorgen, weiter Pakete packen und uns darüber freuen, dass der arme alte Hund doch noch von seinen Besitzern in die Arme geschlossen werden konnte. 

 

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