Dobrideny!

Glücklich vermittelt :-)
 
Oder: Guten Tag, ihr lieben Menschen!
Ich bin Manfred und habe schon eine ganz schön lange Reise hinter mir. Und dass, obwohl ich erst ein knappes halbes Jahr alt bin. Ich bin gebürtiger Ukrainer und wurde über Polen nach Deutschland gebracht. Ist das legal, fragt ihr euch? Nee, natürlich nicht. So ganz ohne gültige Papiere und Impfungen und so jung. Ich kann mich auch an gar nicht mehr so viel erinnern, weil ich tüchtig Angst hatte und eigentlich nur zu meiner Mama wollte – aber selbst sie kann ich mir nicht mehr vorstellen. Alles, was vor dem Tag meiner Rettung passiert ist, ist verschwommen, unklar und einfach weg. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn ich habe im Gefühl, dass es alles keine guten Erinnerungen wären …
Mein einziges Glück war, dass ich auf meiner Reise nicht alleine war. An meiner Seite war meine kleine Freundin Mathilda und wenn ich klein sage, meine ich auch klein: Sie ist erst 8 Wochen alt gewesen, als wir gerettet wurden. Für sie habe ich mich doll zusammengerissen, habe sie getröstet und so getan, als hätte ich gar keine Angst! Ich wollte, dass es ihr gut geht. Die langen Stunden Autofahrt hat sie sich fest an mich gekuschelt und ich habe ihr gut zugeredet. Und als ich ganz müde wurde, und nicht mehr wusste was ich noch sagen soll, da machte das Auto Halt und der Kofferraum wurde geöffnet. Kalte Winterluft ließ uns zittern, das Tageslicht war so hell, dass ich erstmal blinzeln musste, um etwas zu erkennen. Die Menschen, die uns gefahren hatten, redeten mit verschiedenen Leuten, die uns anguckten. Es fielen Worte wie „reinrassig“ und „gesund“. Ich war so müde, ich konnte das alles gar nicht mehr zusammenbringen, aber heute weiß ich, dass wir als ganz top gesunde Rassehunde für viel zu viel Geld am Bahnhof verkauft werden sollten. Aber wir wurden nicht verkauft. Denn der Tag, an dem der Kofferraum aufging, war der Tag, an dem wir beide gerettet wurden.
Es kam die Polizei, das Veterinäramt, es gab Diskussionen und nach Hin und Her wurden war es soweit: Mathilda wurde von einem Polizisten genommen und ich von einer Polizistin. Sie redete lieb mit mir und ich wusste, dass ich jetzt in Sicherheit bin – und Mathilda auch.
Wir kamen ins Tierheim, wo sich alle ganz schnell in uns verliebten. Gerne hätten die Tierpfleger uns mit nach Hause genommen, aber weil nicht klar war, ob wir ansteckende Krankheiten haben, wurden wir erstmal in einem weich und warm eingerichteten Zwinger im Hundehaus untergebracht. Von der Fahrt und der Aufregung waren wir ganz müde. Unsere kleinen Körper und das Immunsystem kamen endlich zur Ruhe, weil wir in Sicherheit waren.
Und damit brachen auch die Krankheiten, die wir schon in uns trugen, aus. Wir hatten starken Durchfall, mussten erbrechen und weil es uns so schlecht ging, mochten wir auch nichts fressen. Die Tierpfleger machten sich große Sorgen um uns und taten alles, um uns zu helfen. Mir ging es nach einigen Tagen dann auch langsam besser, ich mochte wieder fressen und auch mit den Tierpflegern rumalbern und spielen ging. Sie waren alle ganz verblüfft, wie lieb und freundlich ich nach all den Prozeduren meines kurzen Lebens war. Mathilda aber ging es nicht besser. Ihr kleiner Körper hatte all dem Stress nichts entgegen zu setzen. Ihre Temperatur sank und schließlich entschloss sich Tierpflegerin Paula, meine kleine Freundin mit nach Hause zu nehmen, um alles zu tun, was Mathilda helfen und retten konnte. Ich vermisste sie ziemlich, aber schon wenige Tage später brachte Paula Mathilda wieder mit – und Mathilda ging es viel, viel besser! So ein Glück!
Und dann kam die tolle Nachricht: Wir würden vom Tierheim aus vermittelt werden können. Ich konnte es gar nicht fassen – mein Leben, das so düster angefangen hatte, wendete sich gerade zum Guten! Und das Beste kommt noch: Mathilda hat eine Tierheim-Mitarbeiterin so um ihre kleine, plüschige Pfote gewickelt, dass sie sie mit nach Hause nimmt. Für immer. Und ich habe wohl einen bleibenden Eindruck bei einer Frau hinterlassen, die mich gerettet hat. Denn sie adoptiert mich. Sie kam mich schon oft besuchen und wir haben ganz viel gespielt und gekuschelt. Ich kann es immer noch nicht so richtig glauben.
Manchmal versuche ich mir vorzustellen, was mit Mathilda und mir passiert wäre, hätte das Veterinäramt nicht eingegriffen, hätte die Polizei nicht geholfen, wären wir nicht ins Tierheim gekommen, hätten die Pfleger nicht dank der Spender uns helfen können. Aber dann wische ich den Gedanken ganz schnell wieder weg, denn wir wurden gerettet! Unser ganzes Leben liegt jetzt vor uns dank all der Leute, die an der Rettungsaktion beteiligt waren. Ich bin so froh, dass wir es geschafft haben! Spasibi.
Buvay, euer Manfred ?

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