Wir sind zwei stolze Kater und wurden am 2. Januar aus dem Tierheim geholt. Wir hatten tolle Namen aus Filmen! Nun heissen wir recht primitiv Murrli, ich, der Tiger und Schnurrli, der Panther. In unserem neuen Zuhause haben wir mehr Platz. Wir hatten im sonst prächtigen Tierheim nur eine kleine Kammer. Wir sind nämlich FIV-positiv. Aber das wollen wir sofort sagen. Wie schon Paschi am 17. November 2025: Ist für uns nicht schlimm und für unsere neuen Familien überhaupt nicht. Der einzige Unterschied: Wir müssen drinnen bleiben! Brauchen aber keine Impfungen mehr. Das ist doch auch gut. Die Frau, die uns abholte, hatte in der Stadt immer Wohnungskatzen. Sie wollte spielen mit uns. Hat mit einem Glöckli und Federli am Gummiband vor unserer Nase rum gewedelt. Ja, vielleicht tun wir ihr später mit einer Gymnastik-Einlage den Gefallen. Ihr ahnt es schon: Unsere Frau ist, wie soll ich es sagen – bin ja Kavalier! – nicht ganz einfach gestrickt. Nämlich zuerst habe ich zu viel gefressen. Ja, das neue Futter war echt lecker. Da hat sie mich Fress-Sack genannt. Also bitte! Dafür hatte sie Freude an meinen grossen Haufen im Sand-Chischtli. Also bitte! Dann habe ich etwas Mass gehalten. Und schon hat sie sich Sorgen gemacht. Ein anderes Futter bestellt und Leckerli serviert. Leckerli waren (teure) Bio-Qualität – haben uns trotzdem nicht geschmeckt. Alles gut, Frau, nur immer mit der Ruhe! Wir sind doch noch am Ankommen. Ich muss mir nämlich erst über mein Verhältnis zu Kumpel Schnurrli klar werden. Ist unter meiner Knute, klar. Mittlerweile glaube ich nicht mehr, dass er mir mein Futter weg frisst. Unsere Frau hat genügend für uns Beide. Aber wenn er mir zu nahe kommt, fauche ich, hebe die Pfote und haue. Ist ja ein schmucker Kerl, samtschwarzer Panther. Kräht und maunzt ständig und fläzt sich der Länge nach hin. Woher nimmt er bloss dieses Selbstbewusstsein? Ach, darüber schlafen in meinem Sessel. Dann wird das schon mit unserer Freundschaft. Aber vergesst nicht: Katze FIV-positiv ist null Problem wenn ihr eine Wohnungskatze wollt. Denn was gibt es schöneres als wenn auch bei euch zuhause gemurrt und geschnurrt wird.
Brigitte Greff
Ein Bericht von Brigitte Greff.