Liebe Tierheimfreunde,
ich heiße Lucky und bin ein ca. 7 Jahre junger, intakter Yorkshire-Terrier-Rüde.
Meine Tierpflegerinnen mussten mich ein bisschen überzeugen, euch heute von mir zu erzählen, denn eigentlich bin ich ein bisschen ängstlich und mag gar nicht so gern im Mittelpunkt stehen. Woran das liegt?
Zusammen mit vielen Katzen habe ich in einer Wohnung gelebt. Es war immer ein wenig schwierig, sich dort zu bewegen, denn auf dem Boden lag ganz viel Kram und auch die Wände waren hinter Stapeln verschiedenster Dinge unsichtbar. Das war meine Welt.
Bis vor einigen Tagen ein paar Leute kamen. Sie hatten Boxen dabei und Stangen mit Netzen dran, und dann haben sie angefangen, die Katzen in Boxen zu setzen und sich durch die Stapel zu wühlen. Das fand ich natürlich gruselig und hab tüchtig gebellt – es kann ja nicht einfach jeder Hans und Franz in meine Welt einbrechen und meine Katzenfreunde klauen! Doch dann wurde auch ich in eine Box gesteckt und in ein Auto verladen.
Als die Box wieder aufgemacht wurde, war ich in einem kleinen Raum mit einem weichen Bett, einen Napf voller Leckereien und ich konnte das Licht durchs Fenster sehen. Es roch nach anderen Hunden, Katzen und vielen Menschen. Ich war im Tierheim angekommen. Meine Katzenfreunde und ich waren beschlagnahmt worden.
Weil ich von der Welt noch nicht viel gesehen habe, finde ich alles, das neu ist, erstmal unheimlich. Auch die Tierärztin fand ich gruselig, als sie mich untersucht hat – aber mir wurde gut zugeredet, denn es war ja alles nur zu meinem Besten. Meine kleinen Zähnchen wurden angesehen, meine Krallen geschnitten und ich habe ein Mittel gegen Würmer und Flöhe bekommen. Nun werde ich erstmal gepäppelt, weil ich selbst für einen Yorkie zu schmal bin. Und gegen mehr lecker Futter habe ich natürlich nichts einzuwenden. 😊
Am nächsten Tag durfte ich das erste Mal mit langjährigen Gassigehern spazieren. Das war ganz furchtbar aufregend! Die fremden Leute, und dann die ganzen Geräusche und Gerüche draußen im Moor. Erst hatte ich etwas Angst, aber dann fand ich es nur toll! Mittlerweile freue ich mich schon ganz dolle, wenn es losgeht zum Spazieren. Die Welt da draußen ist vielleicht erstmal unheimlich, aber dann unfassbar interessant und schön!
Und diese Welt möchte ich in Zukunft natürlich weiter kennenlernen und erkunden. Deshalb haben die Tierpflegerinnen auch gesagt, dass ich mich vorstellen soll – auch wenn es mir etwas schwer fällt. Denn wenn ich fitter und ordentlich gepäppelt bin, dann suche ich nach einem neuen Zuhause.
Ich bin schon ganz gespannt, was in meinem Leben noch auf mich zukommt – und vielleicht ist da draußen ja genau die Person, die mir hilft, keine Angst mehr zu haben und das Leben zu genießen.
Euer Lucky



